Komet
Alle, die am Abend es 17. Dezember 1953 die Uraufführung der 10.
Symphonie von Dimitri Schostakowitsch gehört hatten, spürten
es: Eine neue Seite in der Geschichte der symphonischen Musik war aufgeschlagen.
Innerhalb kürzester Zeit studierten alle weltweit führenden
Dirigenten die Partitur seiner Symphonie. Aktuell startet das Beethoven
Orchester Bonn mit diesem Werk seine Gesamteinspielung der Symphonien
Schostakowitschs.
Chaos
Spätestens seit seiner 4. Symphonie hatte das politische Kesseltreiben
eingesetzt, das Schostakowitsch an den Rand der Verzweiflung bringen
sollte: Schon 1936 begann - nach einem böswilligen kritischen Artikel
in der Zeitung Prawda unter dem Titel "Chaos statt Musik"
- die öffentliche Anprangerung der genialen Werke Schostakowitschs,
und fortan wurden die Kenner und Liebhaber seiner Werke zur Schicksalsgemeinschaft.
Corona
Im Sommer 1953, im einsetzenden politischen Tauwetter, macht Schostakowitsch
sich an die Arbeit des ersten, melancholischen Satzes der grandiosen
10. Symphonie, und drei Monate später ist das Jahrhundertwerk fertig:
eine Komposition, die die ganze russische Gefühlswelt in sich aufzunehmen
scheint. Fließt der 1. Satz in mächtigen Wellen der dynamischen
Steigerung pathetisch dahin, so fährt im 2. eine niederschmetternde
Windsbraut auf Schostakowitsch schafft den Prototyp eines "bösen"
Scherzos ...
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Charakter
Der 3. Satz, das Allegretto, ist das lyrische Zentrum der Symphonie - ein
innig gestalteter Mittelpunkt, der nicht umsonst in den hohen Holzbläsern
das "Monogramm"-Thema D-Es-C-H (D. Sch.) versteckt hält.
Und das sich allmählich aufhellende Klangkolorit des 4.Satzes mündet
in ein frühlingshaft rauschendes Allegro...
Charisma
Roman Kofmans Laufbahn begann fulminant: Als Geiger avancierte er binnen
kürzester Zeit zum Konzertmeister des Kammerorchesters Kiew, und
ließ eine ebensolche Blitzkarriere als Dirigent folgen. Seit 1978
leitet er eine Dirigentenklasse als Professor am Tschaikovsky Konservatorium
Kiew. Seit 2003 steht er an der Spitze des Beethoven Orchesters Bonn und
ist gern gesehener Gast bei allen führenden Orchestern der Welt.
Ludwig van Beethoven
Missa solemnis op. 123
Solisten, Tschechischer Philharmonischer Chor Brno,
Beethoven Orchester Bonn, Ltg.: Marc Soustrot
CD : MDG 337 1128-2 / DVD : MDG 937 1128-5
Ludwig van Beethoven: Leonore (Version 1806)
Solisten, Kölner Rundfunkchor
Beethoven Orchester Bonn
Ltg.: Marc Soustrot MDG 337 0826-2 (2 CDs)
Debussy / Ravel: Orchesterwerke
Beethoven Orchester Bonn
Ltg.: Marc Soustrot
CD: MDG 337 1099-2
DVD: MDG 937 1099-5
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