Gipfelstürmer
Brahms' Meisterschaft gipfelt in seinen Quartetten und Sextetten, und
so ist es folgerichtig, wenn sich Künstler wie die Musiker des
Leipziger Streichquartetts mit renommierten Kammermusikern wie Hartmut
Rohde (Va) und Michael Sanderling (Vc) zusammentun, um ihre Sichtweise
von zwei zentralen Werke auf CD festzuhalten.
Trotzkopf
Während viele seiner Kollegen sich der modisch attraktiveren, weil
spektakulären Gattung Sinfonische Dichtung hingaben, hielt Brahms
zeit seines Lebens unbeirrbar an der Kammermusik als dem eigentlichen
Prüfstein der Satzkunst fest.
Reißwolf
Brahms hatte eine besondere Vorliebe für die Tonart B-Dur: Als
"gute Milch" oder "gebender Euter" hat er sie bezeichnet.
Dem Quartett op. 67 und dem Sextett op. 18 - zwei faszinierenden Kompositionen
der fruchtbarsten Schaffensperiode in B-Dur - waren mehr als 20 Streichquartette
vorausgegangen, die alle den strengen Maßstäben des Meisters
nicht genügten und eigenhändig vernichtet wurden.
Fehlurteil
Clara Schumann - die in Brahms gern das Sinnenschwere sah - vermochte
der Genialität des 2. Satzes aus dem B-Dur-Quartett nicht zu folgen:
Sie hielt den Satz in seiner mitreißenden Leichtigkeit für
"Brahms nicht bedeutend genug."
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Referenz
Die Kompetenz in Sachen Brahms hat das Leipziger Streichquartett nachdrücklich
unter Beweis gestellt: "This is the finest Brahms playing one could
ever hope to hear." (CLASSIC CD):
J. Brahms: Klarinettenquintett op. 115 + Streichquartett op. 51, 2
Karl Leister, Klarinette; Leipziger Streichquartett
MDG 307 0719-2
F. Schubert:
Sämtliche Streichquartette Vol. 1-9
MDG 307 0601-2 bis 307 0609-2

L.v.Beethoven: Streichquartette
op. 59,3 und 74 MDG 307 0852-2
op. 131 und 135 MDG 307 0820-2
W.A. Mozart: Preußische Quartette
KV 575, 589 & 590
MDG 307 0936-2
(2 CDs zum Preis von 1)
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