Titel:
Joseph Haydn (1732-1809)
Ouvertüre "L'isola disabitata"
Sinfonien Nr. 88 + 101

Interpreten:
Haydn-Philharmonie
Adam Fischer, Ltg.

1 Hybrid-SACD

Bestellnummer:
MDG 901 1441-6

 

Für die Insel
Mit einem Paukenschlag wurde die Premiere überschwänglich gefeiert: "Ein unwiderstehlich ausgelassener Haydn. Da ist etwas los in den Lautsprechern!" (Pizzicato). Es folgte postwendend der "Echo Klassik" für die "Surround-Einspielung des Jahres". Jetzt schreibt die Haydn-Philharmonie unter der Leitung ihres Gründers Adam Fischer ihre Erfolgsgeschichte fort. Volume 2 enthält die Sinfonien 88 und 101 sowie die Ouvertüre zur Oper "L'isola disabitata".

Glücksfall
Zwar brannte Ende November 1779 das fürstliche Musiktheater in Eszterháza wenige Wochen vor der Uraufführung der Oper völlig aus. Die Noten allerdings konnten gerettet werden - und damit auch die Premiere. Original erhalten ist bis heute der berühmte Haydn-Saal in Eisenstadt, ein barocker Ballsaal, dessen wunderbar kostbaren Marmorboden Joseph Haydn gegen schlichte Holzdielen austauschen wollte…
Der Fürst gehorchte - und das alles nur der bemerkenswerten Akustik wegen, welche sich der vorliegenden Aufnahme wohltuend mitteilt.

Überraschungsmoment
Verwirrung stiftete der österreichische Komponist in London, als er dort die Aufführung seiner Sinfonien bei den Salomon's Concerts höchstpersönlich leitete. Eigentlich wäre diese Aufgabe dem Konzertmeister Johann Peter Salomon zugefallen, der Haydn zum Abstecher nach London gedrängt hatte. Selbst die britische Presse räumte ein, dass Haydns Dirigat einen Großteil des Erfolgs der Konzertreihe ausgemacht hatte.

Tabubruch
Immer wieder überrascht Joseph Haydn sein Publikum durch unnachahmliche Späße. Pauken und Trompeten lässt der Komponist in der 88 ausnahmsweise erst im Largo, dem zweiten, sanft fließenden Satz auftreten. Seine Zeitgenossen konnten es kaum glauben, waren doch diese "militärischen" Instrumente damals in langsamen Sätzen eigentlich verboten… Im langsamen Satz der 101 entzückt zuerst ein pendelndes Begleitmotiv die Zuhörer (so sehr, dass es der Sinfonie den Beinamen "The Clock" gaben). Und schließlich schreckt eine scharfe Dissonanz müde Geister auf. . .
Der berühmte Paukenschlag lässt grüßen:

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 92 + 94
Ouvertüre "La fedeltà premiata"
MDG 901 1325-6