Titel:
"Musik der Wiener Schule"
Arnold Schönberg
Streichquartett Nr. 2 op. 10
Alban Berg
7 frühe Lieder + 3 Stücke
aus "Lyrische Suite"
Anton Webern
Variationen für Orchester op. 30

Interpret:
Claudia Barainsky, Sopran
Musikkollegium Winterthur
Jac van Steen, Ltg.

Anzahl Hybrid-SACD: 1

Bestellnummer:
MDG 901 1425-6



Ruf der Berge
Winterthur ist eine Versicherung. Vor allem für die Wiener Avantgardisten Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg, die - in ihrer Heimat verfemt - gern den Einladungen von Werner Reinhart folgten. Dieser weitsichtige Mäzen baute nicht nur eine der wichtigsten europäischen Musikaliensammlungen auf, sondern er ermöglichte auch vollständige Konzertzyklen für sein Musikkollegium Winterthur.

Seitensprung
Schönberg war der erste, der einen Sprung in die Atonalität wagte. Zwar ist sein Streichquartett op. 10 noch "in fis-moll" notiert, doch bildet diese Tonart nur das Startsignal zu neuen musikalischen Welten. Wenn das populäre Lied "O, du lieber Augustin…alles ist hin" erklingt, scheint das den Abgesang zu unterstreichen. Allerdings gibt es auch eine andere Deutung: Das Liedzitat wie auch die Verwendung zweier Gedichte im Finale des Streichquartetts könnten Ausdruck größter Enttäuschung des Komponisten über die Liebesbeziehung seiner Frau mit einem Porträtmaler sein.

Ferne Geliebte
Auch die Lyrische Suite von Alban Berg ist im Kern eine sorgfältig verheimlichte, aber offenbar höchst inspirierende Beziehung zur Industriellen-Gattin Hannah Fuchs. Eine wieder aufgefundene (Geheim)Partitur offenbart kunstvolle Zahlenbezüge und Tonbuchstaben als "kleines Denkmal einer großen Liebe" - Berg hatte zeitlebens diese starke Zuneigung verschwiegen.

Gratwanderung
Anton Weberns Variationen für Orchester op. 30 haben einen ganz direkten Bezug zum Musikkollegium Winterthur. Es ist Werner Reinhart zu verdanken, dass Webern, der in Österreich in völliger politischer Isolation lebte, der feierlichen Uraufführung in Winterthur beiwohnen durfte. Webern bedankte sich für die Zuneigung durch eine Widmung für seinen Mäzen. Reinhardt hatte sämtliche finanziellen und diplomatischen Mittel eingesetzt, um Webern 1943 die Reise in die Schweiz zu ermöglichen.

Gipfelstürmer
Claudia Barainsky legte eine Blitzkarriere hin, die sie innerhalb kürzester Zeit mit internationalen Opernhäusern und führenden Dirigenten zusammenbrachte. Dass ihr parallel dazu als Liedersängerin eine internationale Karriere gelang, machte sie für das Musikkollegium Winterthur und ihren Chefdirigenten Jac van Steen zur Traumbesetzung.

Frank Martin
Konzert für sieben Blasinstrumente, Pauke, Schlagzeug & Streichorchester / Konzert für Violine und Orchester /
Danse de la peur für zwei Klaviere und kleines Orchester
Michael Erxleben, Violine
Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag
Orchester Musikkollegium Winterthur
Jac van Steen, Ltg.
MDG 601 1280-2 (CD)
MDG 901 1280-6 (Hybrid-SACD)