Titel:
Peter Tschaikowsky
(1840-1893)

Klaviermusik
Polonaise; Berceuse op.16,1;
Oh! Chante encore! op.16,4;
Qu'importe op.16,5;
Perpetuum mobile; Doumka op.59;
Die Jahreszeiten op. 37bis

Interpret:
Lev Vinocour, Klavier

Anzahl Hybrid-SACDs: 1

Bestellnummer:
MDG 904 1397-6



Überraschungsmoment
Mit seinem Debüt bei MDG präsentiert der russische Pianist Lev Vinocour seinen Landsmann Tschaikowsky in einer auch für Kenner überraschenden Bandbreite. Ersteingespielte Originalwerke, einfühlsame klang-malerische Bearbeitungen und ausgesprochene Virtuosenstücke umrahmen den berühmten Jahres-zeiten-Zyklus. Lev Vinocour vermag jene typische Glut feuriger russischer Salonmusik aus dem Steinway Konzertflügel von 1901 zu zaubern, die diese (SA)CD zu einem audiophilen Ohrenschmaus macht.

Marketing
Einem Zeitschriftenverleger sind die zwölf Miniaturen zu verdanken, mit denen Tschaikowsky den Jahreskreis beschreibt. Nikolai Bernard war auf der Suche nach einem interessanten Stoff für den 1876er Jahrgang seiner "Nouvelliste". Motiviert durch ein üppiges Honorar entstanden in kurzer Folge monatliche Kostbarkeiten wie "Karneval", "Lied der Lerche", "Ernte", "Jagd" und "Weihnachten". Vielleicht traute der Verleger nicht allein der Macht der Töne: Er fügte für das russische Publikum jeweils einige Zeilen beliebter Gedichte als Kaufanreiz hinzu. Trotzdem gehören die "Jahreszeiten" heute zu den berühmtesten Werken des Komponisten.


Feuerwerk
Dumka, eine "ländliche russische Szene", war im Gegensatz zum Jahreszeiten-Zyklus von vornherein für den Export bestimmt. Tschaikowsky komponierte 1886 auf Bitten seines Pariser Verlegers innerhalb weniger Tage ein Virtuosenstück für den Konzertsaal, das noch heute durch feurige Arabesken und perlende Läufe fasziniert.

Feintuning

Einen zusätzlichen Aspekt erhält diese Einspielung durch geschickt ausgewählte Arrangements, die Tschaikowskys von eigenen und fremden Werken anfertigte, so das bei Vinocour atemlos dahinstürmende "Perpetuum mobile" von Carl Maria von Weber oder die pianistische Referenz, die Franz Liszt der Polonaise aus "Eugen Onegin" erweist…

Weltbürger
In Leningrad liegen die Wurzeln von Lev Vinocour, der durch Studien am Moskauer Konservatorium, am Royal Northern College of Music in Manchester sowie bei der Fondazione per il Pianoforte am Comer See reifte. Der mittlerweile in ganz Europa als Geheimtipp gefeierte Pianist hat sich neben sehr starken Solo-Auftritten bei Wettbewerben und gemeinsam mit renommierten Orchestern innerhalb kürzester Zeit durch systematische Studien einzelner Musikgattungen und Komponisten einen Namen gemacht. So ganz nebenbei beherrscht er noch 27 Sprachen, eine große Hilfe, wenn er als Gastdozent an der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar eine interdisziplinäre Meisterklasse leitet, die sich gleichzeitig an Musikwissenschaftler und an Pianisten richtet.