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Wechselspiel
War es Zufall oder Vorsehung, die Joseph Haydn und Anton Weidinger 1796
zusammenführten? Egal. Auf jeden Fall hätte die von Weidinger
1798 nach siebenjähriger Entwicklungsarbeit präsentierte Klappentechnik
seiner Trompete ohne das dazu passende Es-Dur-Konzert von Haydn wohl kaum
den Durchbruch geschafft. Eine neue Aufnahme dieses Werks steht im Mittelpunkt
dieser Produktion der Trompetenkonzerte von Joseph und Michael Haydn.
Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn unter der Leitung
von Ruben Gazarian korrespondiert hervorragend mit dem Solisten Wolfgang
Bauer und die herausragende Akustik der Stadtkirche in Schwaigern tut
ein übriges, diese (SA)CD zu einem kulinarischen Ohrenschmaus zu
machen.
Wechselwirkung
Die Weiterentwicklung der Trompete durch den am kaiserlichen Hof in Wien
angestellten Weidinger war nicht unumstritten. Felix Mendelssohn Bartholdy
etwa urteilte noch drei Jahrzehnte nach der Premiere, dieses Instrument
klinge "wie Trompetencastrat, so matt und unnatürlich".
Hörer und Musikkritiker zeigten sich dagegen begeistert, dass die
aus der Militärmusik stammende Trompete zusätzlich zur Obertonreihe
nun auch in tieferen und mittleren Lagen melodisch und hoch virtuos eingesetzt
werden konnte mit "einem so sanften und zarten Ton, dass man ihn
auf einer Klarinette nicht weicher anzugeben in im Stande ist" (Allgemeine
Musikalische Zeitung).
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Wechselgeld
Ein lukrativer Scheck aus Paris setzte bei Joseph Haydn große Kreativität
in Gang. 1795 komponierte er im Auftrag der Konzertvereinigung "Loge
Olympique" mehrere Sinfonien, von denen die Nr. 83 in g-Moll auf
dieser Einspielung zu hören ist. Ihren später hinzugefügten
Beinamen "La Poule" verdankt sie einem gackernden Effekt durch
16tel-Vorschläge der Violinen und spitz punktierten Tonrepetitionen
der Oboe. Kompositorische Details, die das Württembergische Kammerorchester
mit Vergnügen und gekonnt umzusetzen weiß…
Abwechslung
Weniger genau ist die Entstehungsgeschichte der Werke Michael Haydns bekannt.
Komponiert wurden sie allesamt im Dienste des Fürst- Erzbischofs
von Salzburg, dem aus jeder Mozart-Biographie hinlänglich vertrauten
Hieronymus Graf Colloredo. Beide Trompeten-Concerti sind nur zweisätzig
komponiert, bieten aber dem Solisten alle Möglichkeiten mit Virtuosität
zu brillieren. Ursprünglich waren sie - der Salzburger Tradition
entsprechend - Bestandteil von umfassenden Serenaden als Huldigungsmusiken
für den Auftraggeber, die aktuell und möglichst kontrastreich
zur jeweiligen Gelegenheit zusammengestellt wurden. So auch hier: Bei
dieser Einspielung tritt als klangliche Bereicherung ein Fagott-Concertino
hinzu, das reizvoll mit dem Glanz der Trompete kontrastiert.
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